Kreistag stimmt für Erbpacht in Meeschendorf

Bereits vor einem Jahr haben wir im Kreistag über den Verkauf der kreiseigenen Ferienstätte auf Fehmarn debattiert. Für uns als CDU ging es damals im Kern um die Frage, ob es in der heutigen Zeit – wo es viele neue Aufgaben und Herausforderungen für die kommunalpolitische Ebene gibt – noch Aufgabe der Kreisverwaltung ist, eine Ferieneinrichtung außerhalb des Landkreises zu betreiben. Insbesondere dann, wenn diese seit Jahren defizitär ist und wenn sie in der Mehrzahl von Menschen in Anspruch genommen wird, die gar nicht aus Hersfeld-Rotenburg kommen.

Politik ist immer eine Frage der Prioritätensetzung. Und deshalb wollen wir die begrenzten Mittel lieber in unserem eigenen Landkreis in Schulen, Kreisstraßen, die digitale Infrastruktur und eine gute Gesundheitsversorgung investieren. 


Ein Argument, was im vergangenen Jahr gegen den Verkauf vorgebracht wurde, war der angeblich zu niedrige Kaufpreis von 2,2 Mio. Euro, obwohl dieser deutlich über dem Marktwert lag. Wenn man sich die jetzt beschlossene Vorlage anschaut und feststellt, was wir in den kommenden 75 Jahren in Meeschendorf als Landkreis zu entscheiden haben und welchen Betrag wir dafür erhalten, dann wäre ein Verkauf der Anlage die finanzpolitisch sinnvollere Alternative gewesen. Wir konnten uns mit dieser Position damals nicht durchsetzen. Das haben wir zu akzeptieren. 

Deshalb war für uns jetzt entscheidend, wie verhindert wird, dass Meeschendorf für den Landkreis auch künftig ein Zuschussgeschäft bleibt. Und wie es gleichzeitig gelingt, die Anlage für Jugendgruppen und Familien wieder attraktiver zu machen, ohne selbst einen Millionenbetrag für die Sanierung in die Hand nehmen zu müssen.

Wir sind daher dem Landrat dankbar, dass er unter diesen schwierigen Voraussetzungen einen zukunftsfesten Vorschlag ausgehandelt hat, der künftige finanzielle Belastungen für den Landkreis verhindert. Wir sind außerdem überzeugt, dass der Investor mit seinem auf Familien ausgerichteten Konzept gut zu Meeschendorf passt. Die Anlage wird ein Ort bleiben, an dem Menschen aus unserem Landkreis gerne und auch bezahlbar Urlaub machen.

Die CDU hat Verständnis für die Menschen, die mit Herzblut an der alten Anlage hängen. Wir akzeptieren auch den Standpunkt, dass es auch heute noch Aufgabe des Landkreises sei, eine solche Ferieneinrichtung zu betreiben. Was wir allerdings nicht akzeptieren, sind persönliche Beleidigungen und Unterstellungen gegen den Landrat, der hier lediglich ausgeführt hat, was die gewählten Gremien beschlossen haben.